Social Media in Angst Machen Langweiler Facebook kaputt?
Von Facebook gelangweilte Schülerin (Abbildung ähnlich)
Foto: dapdBeispiel Anja S. (Schülerin, 16 3/4 Jahre): Wenn ihr langweilig war, schaute sie früher gerne mal bei Facebook rein. Doch in letzter Zeit stellt sie immer öfter entsetzt fest: "Auf Facebook wird mir noch langweiliger, und zwar superlangweilig. Wenn ich genauer darüber nachdenke, sogar sterbenslangweilig!" Facebook, so die gewitzte Schülerin, müsse sich da dringend was einfallen lassen. Aber Facebook wäre nicht Facebook, wenn es da nicht schon lange dabei wäre. Hier einige Punkte aus den aktuell gültigen AGB, die demnächst sogar veröffentlicht werden sollen.
§ 365
Achtung: Wer Langweiler bei Facebook anzeigt, sollte vorher seine eigenen Posts prüfen.
Foto: dapdJeder User kann sogenannte Facebook-Langweiler unter seinen Freunden künftig bei Facebook anzeigen. Übelste Schnarchnasen können auf diese Weise rasch zu hoch interessanten Todfeinden werden.
§ 87
Rund 2400 Seiten soll die typische Facebook-Verwarnung umfassen.
Foto: dapdFacebook ist berechtigt, Ermittlungen gegen Langweiler einzuleiten. Bestätigt sich der Anfangsverdacht durch Posts wie "Mir ist soooo langweilig", "Ich geh jetzt unter die Dusche" oder "Zuckerberg sucks", erhält der Betreffende zunächst eine Verwarnung wegen geschäftsschädigenden Verhaltens.
§ 362s
Tipp für den täglichen Hochzeitspost: Am besten pompös und mit wechselnden Partnern.
Foto: Fredrik Sandberg/ dpaAlle User, die schon einmal verwarnt worden sind, stehen unter Beobachtung. Sie werden dringend gebeten, mindestens einmal pro Tag Fotos von der gerade erfolgten Geburt ihres jüngsten Kindes, ihrer jüngsten Hochzeit bzw. jüngsten Scheidung reinzuhängen. Tipp für Familienphobiker: Auch ein kleiner Hausbrand kann zu einer schönen und spannenden Zeile verarbeitet werden. (Tipp zum Tipp: Unbedingt Notebook vorher retten!)
§ 76w
Abwurfstelle für Langweiler
Foto: REUTERSWerden Facebook-Langweiler allerdings erneut auffällig ("Gäääähn!", "Äääähm...", "Meine Popel sind heute gelber als gestern"), darf Facebook sie in sogenannte Wurfcamps "einladen". Bei einem Wurfcamp werden die "Teilnehmer" irgendwo auf der Welt über einem Krisenherd abgeworfen (mit Fallschirmen natürlich). Der Hintergedanke dabei: Quasi von selbst entstehen so hoch spannende Posts. Etwa: "Sitze in der Wüste Gobi fest, gestern letztes Wasser getrunken." Oder: "FDP-Parteitag. Scheiße, hier wird scharf geschossen!"
§ 298797
Noch in der Testphase: rückstandsfreie Langweiler-Entsorgung
Foto: Jens Büttner/ dpaErfahrungsgemäß gibt es in solchen Wurfcamps aber immer noch rund 10 Prozent Teilnehmer, die sich weiterhin geschäftsschädigend verhalten, sprich langweilen mit Bemerkungen wie: "Mir ist so heiß", "Zuckerbergs sucks" oder "Mist! Eiswürfelautomat schon wieder kaputt". Facebook behält sich vor, derart chronische Fälle rückstandsfrei zu entsorgen.
§ 1
Wie Weihnachten: resozialisierte Facebookler
Foto: AP§ 1 Allen ehemaligen Tätern, die ein Wurfcamp überleben, bietet Facebook umfangreiche Resozialisierungsmaßnahmen verpflichtend an. In Facebook-Online-Selbsthilfegruppen können sie über ihre Probleme twittern ("Mir ist so langweilig") und nach Lösungen suchen ("Kann mal jemand was Interessantes posten?"). Sobald ein User Mord- bzw. Selbstmorddrohungen postet, gilt er als resozialisiert und darf wieder beim allgemeinen Facebook mitmachen.