SPAM Datenschutz Eltern haften für Postings ihrer Kinder - DER SPIEGEL
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EU-Datenschutz Eltern müssen Postings ihrer Kinder genehmigen

Mit dem neuen EU-Datenschutzgesetz kommt auf Eltern ganz schön was zu.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Doppelt hält noch besser: Großeltern beim Bearbeiten der von ihren Kindern bearbeiteten Enkelpostings.

Doppelt hält noch besser: Großeltern beim Bearbeiten der von ihren Kindern bearbeiteten Enkelpostings.

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Ab 2018 müssen Eltern zustimmen, wenn ihre Kinder unter 16 Jahren die sozialen Netze nutzen wollen. Kurioserweise werden folgende Details dazu bislang noch von einem internationalen Verschwörungsnetzwerk totgeschwiegen: Jedes Posting von einem Kind unter 16 Jahren muss vor dem Posten von einem erziehungsberechtigten Elternteil auf Orthografiefehler hin gesichtet und korrigiert werden. Etwaige Hatespeech muss zu Lovespeech umgewandelt werden. Englishspeech sollte nach Möglichkeit der jeweiligen Grundsprache des Postings angepasst werden, allerdings nur, wenn der korrigierende Elternteil eine ungefähre Ahnung davon hat, worum es geht. Eine besondere Herausforderung stellt das im Minutentakt wechselnde Arsenal an Emoticons dar, die viele Kinder anstelle von Buchstaben verwenden. Nie, nie, nie sollten Eltern gedankenlos ein Posting freigeben, weil es aus ihrer Sicht nur aus 152 total niedlichen Emoticons besteht. Denn hinter diesen können sich sehr leicht juristisch problematische Aussagen verstecken, für die die Eltern dann gerade stehen müssen.

Damit trotz des neuen Gesetzes nicht alles zusammenbricht (Kapitalismus, Internet und so), haben alle Kinder ein Anrecht darauf, dass ihre Postings spätestens nach Ablauf einer halben Stunde freigegeben werden. Eltern andererseits müssen laut Gesetz nicht mehr als 200 Postings pro Stunde bearbeiten. Das ist die absolute Obergrenze. Erziehungsexperten begrüßen die neue Regelung. Bei ordnungsgemäßer Handhabung könnten so im Internet wirklich tolle Freundschaften entstehen - vor allem zwischen den korrigierenden Eltern.