"Welt" deckt auf "Feigling Tsipras entlarvt"
Der von deutscher Seite stets einfühlsam geführte "Dialog" zeigt Wirkung: Nur noch knapp zwei Drittel der Griechen stehen hinter Tsipras.
Foto: © Hannibal Hanschke / Reuters/ REUTERSNicht einer der hierzulande beliebten kleinen mit Schraubverschluss, sondern ein riesengroßer. Unter der Schlagzeile "Wie Alexis Tsipras sich als Feigling entlarvt" enthüllt die "Welt": "Der griechische Ministerpräsident will sein Volk über das Sparprogramm der Troika abstimmen lassen. Und ihm damit eine Verantwortung zuschieben, die er selbst übernehmen müsste. Das ist unerhört!"
Für diese empörende Haltung Tsipras gibt es Belege, zum Beispiel Sätze wie: "Das wäre vielleicht sogar eine richtige Maßnahme, das griechische Volk entscheiden zu lassen." Wirklich ein Skandal? Natürlich nicht, weil das gar nicht der griechische Ministerpräsident, sondern der deutsche Finanzminister gesagt hat. Allerdings schon vor einigen Wochen.
Glücklicherweise hat Wolfgang Schäuble seine Einschätzung der Basisdemokratie weiterentwickelt. Jetzt kommt er zu dem Schluss, dass Griechenland mit der Referendumsankündigung den "Verhandlungstisch" verlassen habe und daher "keine Grundlage mehr" für weitere Verhandlungen existiere.
Leider ist nicht zu erwarten, dass die griechische Seite einlenkt und doch noch auf die Volksabstimmung verzichtet. Welche Argumente sollten das auch bewirken, wenn nicht mal ein von Sigmund Gottlieb moderierter ARD-"Brennpunkt" sie umstimmen konnte?!