Kommentar Was soll das, EU?
Es kommentiert: Erika Bochtler, Mutter unseres Kommentators Jens-Karl Bochtler
Foto: SPAMUnd das obwohl genau dies uns normalen Bürgern ermöglicht, im Obst-und-Gemüse-Battle mit Putin auch unseren kleinen bescheidenen Beitrag zu leisten. Ich allein habe im vergangenen Monat 187 Tonnen nicht gepflanzter Äpfel nicht geerntet und damit entscheidend den Markt gestützt. Zudem habe ich - unter den anfeuernden Rufen meiner Nachbarn - 675 Blumenkohlköpfe vor der Reifung (und Aussaat) aus meinem Balkonkasten gezogen. Den Rest habe ich kompostiert und einen schmackhaften Auflauf daraus gemacht, um den Kompostmarkt nicht zu belasten. All das tat ich für uns, für unsere EU! Und jetzt das! Zuerst wurde das EU-Sonderpaket vom August, welches mich erst zu meinen aufreibenden Nichternte-Tätigkeiten und dem kräftezehrenden Verfassen von Subventionsanträgen brachte, vorzeitig geschlossen. Angeblich weil zu viele es mir gleich taten. Unsere Anträge werden in der Presse derzeit sogar als fragwürdig beschimpft. Ein durchsichtiges Manöver! Wären unsere selbstlosen Nichternten tatsächlich Betrug, könnte die EU doch unsere Anträge einfach ablehnen. Stattdessen begrenzt sie jetzt die Subventionen auf Länderkontingente, sodass in Zukunft nur noch der Schnellste und Allerfragwürdigste unter uns davon profitieren wird (in Deutschland Herr Krüger-Schnatz aus dem 2. OG). Unfassbar!