Neuer Medientrend "Bild" verbietet "Bild"-Lektüre
"Bild"-Zeitungslektüre: Ordnungswidrigkeit oder schon eine Straftat?
Foto: Sean Gallup/ Getty ImagesNoch ist die neue Richtlinie auf das Online-Angebot der "Bild" beschränkt. "Es ging einfach nicht mehr anders", war aus dem Hause Springer zu hören, "da ist unser Online-Angebot voll mit hochqualitativer, aufwändig produzierter Werbung. Und was tun die Leute? Die kommen mit Werbeblockern daher und gucken nur unsere Füllbilder? Manche lesen sogar unsere Fülltexte! Absurd! " Das sei, wie wenn man von der Banane die Schale esse und den Rest wegschmeiße. So ein Verhalten sei absolut rufschädigend. Deshalb wird bild.de seit gut einer Woche von einem Anti-Werbeblocker-Schutzwall beschützt.
Allerdings: Nicht gerechnet haben die "Bild"-Zeitungsmacher damit, dass derart viele Leute mit hochkrimineller Energie diesen Schutzwall durchbrechen, um sich wiederum ausschließlich auf die "journalistischen" Füllelemente der "Bild"-Zeitung zu stürzen. "Wir hofften, der Wall würde den Lesern die Augen für die Qualitätsangebote auf bild.de öffnen. Das war leider naiv", bekannte eine Diekmannähnliche Person. "Wir als Zeitung haben aber einen Bildungsauftrag zu erfüllen." Deshalb wird bild.de nun komplett abgeriegelt und in eine allgemeine Abmahnfalle umgewandelt. Der neue Anti-Leser-Schutzwall gilt als besonders leicht überwindbar. Der Konzern hofft auf viele Zuwiderhandlungen. Andere Verlage sprachen bereits von einer höchst interessanten Online-Strategie.