Der Schock nach dem Schock Briten gründen Better EU
Begeisterter Brite: Nigel Farage, Vorsitzender der UK Independence Party, gibt seiner Freude über den kommenden EU-Austritt Ausdruck.
Foto: Michael Kappeler/ dpaUm 7.45 Uhr sah man Merkel ins Kanzleramt fahren, "heftig telefonierend", wie es hieß. Soeben hatte sie von dem britischen Plan erfahren. Der Better EU können alle europäischen Länder beitreten, die sich für Nieselregen, Linksverkehr und das Zwölfersystem begeistern sowie nationale Ekstase mit einem wilden und freien globalen Finanzmarkt zu garnieren wissen. Es soll bereits etliche Bewerber geben. Womöglich gehört sogar Deutschland dazu, wurde Merkel gesteckt. Wenn das aber stimmt, muss jemand hinter ihrem Rücken ... aber wer? Gar nicht auszudenken! Die Better EU in spe gab derweil bekannt, nun werde alles gut. Durch den fairen und offenen Wettstreit zwischen den beiden Staatenverbünden könnten beide Unionen, die Better und die Worse EU, sich gegenseitig zu immer neuen Höchstleistungen stimulieren. Beobachter sind allerdings skeptisch. Die meisten gehen davon aus, dass Merkel in einer neuen tollkühnen Wendung, dafür werben wird, Doppelmitgliedschaften für die Better und die Worse EU zu ermöglichen. Alle Worse-EU-Länder sollen verpflichtet werden, diese zu beantragen. Um unnötigen Papierkrieg zu verhindern, soll die Worse EU in Best EU (BEU) umbenannt werden. "Wir brauchen ein gleichlautendes Kürzel", soll Merkel hochemotional ins Telefon diktiert haben. Mit einem solchen könnten alle Verträge, Beschlüsse und Websites der beiden Unionen nur einmal verfasst werden und würden dann einfach für beide BEUs gelten.