SPAM Satire China Hefekloss Berlin - DER SPIEGEL
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Volksnähe in Berlin Vom Chinesen lernen!

China steht Kopf: Der Staatspräsident ist in einem Imbiss gewesen! Einfach so!
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Frank-Walter Steinmeier begibt sich lieber inkognito unter die Menschen.

Frank-Walter Steinmeier begibt sich lieber inkognito unter die Menschen.

Foto: Michael Sohn/ AP

Er hat dort Klöße bestellt. Und sogar gegessen! Jetzt flippen die Chinesen aus. Menschen pilgern zu dem Imbiss, Hefekloß-Schlager werden komponiert, der Umsatz des Ladens hat sich verdoppelt. Deutsche Spitzenpolitiker verfolgen den Hype mit Interesse: "Wissen Sie", so etwa Ernährungsminister Hans-Peter Friedrich, "so etwas funktioniert leider nicht immer. Ich bin jetzt selber mehrfach an einer Currywurstbude unter den Linden gewesen, und jedes Mal behaupten die, sie hätten diese Klöße gar nicht!" Aus der McDonald's-Filiale Friedrichstraße wird berichtet, dort habe ein "merkwürdig unförmiger Herr" während des Verzehrs seiner acht Cheeseburger mit Pommes sehr lange und sehr gönnerhaft auf die Angestellten eingeredet. Gegenüber dem Sicherheitsdienst habe dieser Mann sich dann als "amtierender Kanzleramtsminister" ausgegeben. Völlig neu ist derlei nicht. Vom ehemaligen Außenminister Westerwelle wird kolportiert, wie er einmal mit einem Kamerateam im Gefolge und dem lauten Ausruf "Bitte kein Aufhebens! Nicht wegen mir!" einen Berliner Linienbus gestürmt habe - worauf der Busfahrer sich loszufahren weigerte. "Dit is ja keene Jeistabahn hier!" Bundeskanzlerin Angela Merkel, die als Stammkundin einer Pizzeria unter den S-Bahnbögen gilt, hält einen Personenkult wie in China hier für undenkbar: Bei ihr, so die Kanzlerin, würden immer nur Witze über das Trinkgeld gemacht. "Einer hat mir sogar schon gedroht, nächstes Mal wieder wählen zu gehen!"