Obacht, Fußgänger! Neue Mautverordnung greift
Ab 2017 wird die Fußgängermaut vollautomatisch von Mikrochips in den Schuhsohlen abgebucht.
Foto: Miguel Gutierrez/ dpa"Beim Verlassen der Haustür musste ich bei uniformierten Ordnungshütern eine Vignette erwerben!" - "Im Imbiss wurden wir von Mautwächtern kontrolliert - da blieb kein Geld mehr für den Döner übrig..." - "Sie haben mich auf dem Weg zur Kita angehalten und den Buggy nach irgend so einem Aufkleber abgesucht!" - So klingen Tausende verzweifelter Mails, die uns binnen weniger Vormittagsstunden erreicht haben.
Seien Sie jedoch versichert, liebe SPAM-Leser: Es hat all dies seine Richtigkeit! Für viele Beobachter überraschend, hat Verkehrsminister Dobrindt nun seine Mautpläne in ihrer Gesamtheit umgesetzt: den "Systemwechsel von einer Steuerfinanzierung unserer Straßen zu einer Nutzerfinanzierung".
Dieser Systemwechsel sei, versichert uns der Minister, unbürokratisch und effizient durchgeführt worden. Nutzer nicht nur von Autobahnen, von Bundes- und Land- und Stadtstraßen, sondern eben auch Nutzer von Fuß-, Rad-, Feld- und Schleichwegen, von Unterführungen, Waldwegen, Hundewiesen, Parks, Plätzen und Parkplätzen sind ab sofort - in einer vertretbaren Höhe - mautpflichtig.
"Ein Stück Gerechtigkeit für unser Land!" So der Bundesverkehrsminister. Als Nächstes werde die Bundesregierung an die Kanalisations-, Sandstrand-, Schul-, Wahllokal-, Wasseraufbereitungs-, Atomeinlagerungs-, Stadtplanungs-, Forst-, Friedhofs- und Luftnutzer herantreten - "selbstverständlich auch an die aus dem Ausland."
Es gibt jedoch auch gute Nachrichten für Bundesrepublik-User: Von Nutzermaut befreit bleiben weiterhin Hörfunk und Fernsehen. Bei ihnen greift weiterhin keine "Nutzerfinanzierung", sondern das zukunftsweisende System der "potentiellen Nutzerfinanzierung".