Türkei Spekulationen um erweiterten Flüchtlingsdeal
Merkel und Erdogan: Ein Bild aus glücklichen Tagen
Foto: HANDOUT/ REUTERSPolitische Beobachter spekulieren, ob das Ausreiseverbot eine Erweiterung des komplexen Flüchtlingsdeals sein könnte, den Kanzlerin Merkel mit dem gewählten Herrscher der Türkei ausgemacht hat. "Nach den jüngsten Säuberungsaktionen des gestrengen und vielleicht nicht immer ganz gerechten Demokraten und seinen Spekulationen über Todesstrafe, war ja zu befürchten, dass womöglich eine neue Flüchtlingswelle auf Deutschland zurollt", so ein Insider. Zunächst sollte Erdogan ganz davon abgebracht werden, von der Todesstrafe zu sprechen. Als er sich darauf nicht einließ, schlug man ihm folgenden Deal vor: Höchstens einmal in der Woche darf er ganz kurz mit der Todesstrafe drohen, aber nur im kleinen Kreis, und dann soll er schnell wieder von anderen Dingen reden. Als Erdogan sich weigerte, den bereits aufgesetzten entsprechenden Vertrag zu unterzeichnen, war klar, dass Handlungsbedarf besteht. Neue unkontrollierte Fluchtbewegungen aus der Türkei sollten schnell und effektiv durch ein Ausreiseverbot verhindert werden. Widerstrebend habe Erdogan sich darauf eingelassen, als Gegenleistung habe er drei Lobgedichte auf sich selbst gefordert, deren Vortrag demnächst in den hiesigen öffentlich-rechtlichen Sendern zu sehen sein wird, allerdings zu später Stunde.
Einem Kanzleramtssprecher zufolge sind dies alles unhaltbare Spekulationen. Die Bundeskanzlerin würde niemals einen moralisch derart problematischen Deal aushandeln. Derzeit werde vor allem intensiv beobachtet, ob Erdogan sich an den bereits abgemachten Flüchtlingspakt halte. Und da stelle er sich als äußerst zuverlässiger Partner dar. Nicht alles an dem Mann sei schlecht.