SPAM Satire Giraffe Marius Kopenhagen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Dänemark! Entsetzen über Giraffenmord

In Kopenhagen ist die junge, hoffnungsvolle Giraffe Marius brutal hingerichtet worden. Angeordnet hat das die Zooleitung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Um Ihnen den Anblick des Mordopfers zu ersparen, bilden wir hier SPAM-Redaktionsgiraffe Andi ab. Andi ist dem Ressortleiter "Tiere, Weltall und Hertha" vor vielen Jahren auf einer Afrikareise zugelaufen und hat ein schönes neues Zuhause in unserer Teeküche gefunden.

Um Ihnen den Anblick des Mordopfers zu ersparen, bilden wir hier SPAM-Redaktionsgiraffe Andi ab. Andi ist dem Ressortleiter "Tiere, Weltall und Hertha" vor vielen Jahren auf einer Afrikareise zugelaufen und hat ein schönes neues Zuhause in unserer Teeküche gefunden.

Foto: ATTILA KISBENEDEK/ AFP

Der Schock geht tief. "Er hatte so viele unbeschwerte Jahrzehnte im Giraffengehege vor sich", "Man hätte alle Probleme doch auch irgendwie verbal lösen können", "Sie bieten nicht mal Giraffenburger an" - Dies sind nur drei von derzeit acht Millionen bestürzten Einträgen in den Internet-Kondolenzlisten. Den offiziellen Darstellungen der Bluttat traut niemand, die meisten Dänen glauben weiterhin an ein Eifersuchtsdrama als Motiv - ein Verdacht, zu dem der Zoodirektor beharrlich schweigt. "Der Bolzenschuss", so die in mehreren Medien aufgetretene Giraffenpsychologin Lise-Jytte Hyggeligsen, "deutet auf eine besondere Verrohung der Täter hin. Hätte eine emotionale Beziehung zu Marius bestanden, so hätte man ihn aus nächster Nähe mit mindestens dreißig Messerstichen zerfleischt." Dutzende Anzeigen wegen Giraffenmord, Giraffenzerstückelung und Giraffenverfütterung sowie Tierquälerei sind bereits bei den dänischen Behörden eingegangen: "Schließlich sind die armen Zoolöwen doch gar kein Giraffenfleisch gewöhnt!" Zynische Trittbrettfahrer hat jedoch auch dieser traurige Skandal gefunden. So hat die bizarre nordjütländische Künstlergruppe "Slagtermesterne" bereits angekündigt, in den nächsten Tagen Millionen von arglosen, hübschäugigen Kühen niedermetzeln und verzehren zu lassen, "um an Marius zu erinnern." Wie und durch wen allerdings diese grausame Massen-Tiertötung praktisch umgesetzt werden soll, dazu verweigert das Künstlerkollektiv jede Aussage. Es wird also vermutlich nur Mumpitz sein.