SPAM Satire Heidegger Jaspers - DER SPIEGEL
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SPAM interaktiv Heidegger und Jaspers - was geht da ab?

Unserem Leser Maik S. aus B. verdanken wir die Anregung, endlich mehr über die Existenzphilosophie Heideggers und Jaspers' zu berichten. Hier die Top-Facts:
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Um zu einem "neuen Blick auf die Existenz" zu kommen, soll Heidegger (r.) sich oft ungefragt die Brille von Jaspers' Nase geschnappt haben. Die Anschaffung von Kontaktlinsen durch Jaspers verschärfte das Problem eher noch.

Um zu einem "neuen Blick auf die Existenz" zu kommen, soll Heidegger (r.) sich oft ungefragt die Brille von Jaspers' Nase geschnappt haben. Die Anschaffung von Kontaktlinsen durch Jaspers verschärfte das Problem eher noch.

Foto: AFP

- Einmal ging Martin Heidegger zum Arzt. Da fragte der Arzt: "Na, wie geht's uns denn heute?" Heidegger verfiel in tiefes Nachdenken - er hatte eigentlich ins Kino gewollt.

- Aus diesem Missverständnis leitete er Grundzüge seiner Existenzphilosphie ab, die bis heute niemand versteht, das aber gleichzeitig nicht zugibt: "Das Missverständnisgebot im Nichtverstehen des Nichtverstehbaren" wird so zu einem zentralen Motiv in Heideggers Werk, das er unter fortwährenden Zahnschmerzen schreibt.

- Die Zahnschmerzen hat allerdings nicht er selber, sondern ein Zahnarzt aus seiner Bekanntschaft, der wiederum im ganzen Sprengel Freiburg keinen Kollegen kennt, sondern nur einen Milchbauern, und daher über Jahrzehnte seine Beschwerden mit frischer Kuhmilch behandelt. Heidegger nennt das die "Geworfenheit" des Seins, bis ausgerechnet Jaspers ihn darauf aufmerksam macht, dass er sich selbst in diesem Punkt mit Sartre verwechselt.

- Hier beginnt der Bruch zwischen den beiden deutschen Top-Denkern, seit dem Deutschland es nie mehr in die Endrunde der Philosophie-WM geschafft hat. Vor der Geschichte stehen beide als Verlierer da: Heidegger wurde Nazi, Jaspers Schweizer.

- Zu einer tiefen Krise zwischen Karl Jaspers und seiner Frau Heidelinde soll es gekommen sein, als er ihr einmal mitteilte: An Mittwochnachmittagen habe er immer so ein Ziehen im Knie. Heidelinde soll darauf gedankenlos geantwortet haben: Geh' doch zum Arzt!

- Einmal sind Heidegger und Jaspers zusammen ein Bier trinken gegangen. Heidegger wollte die erste Runde bezahlten, aber Jaspers lehnt ab mit den Worten: "Lass' mal sein!" Heidegger darauf: "Das sagst du so einfach!"

- Am 3. Juni 1924 bat Heideggers Frau Heidegger, einen Nagel in die Wand hauen. Darauf schrieb er aus Trotz "Sein und Zeit", "Das Kapital" und "3000 Tortenrezepte mit Fondant".

- Bus gefahren ist Heidegger immer gerne, am liebsten spätabends, wenn er der einzige Fahrgast war. Oft soll er bei solchen Gelegenheiten Gespräche mit den "Seinsmöglichkeiten" auf den Nebensitzen begonnen, der einen oder anderen sogar verschmitzt zugezwinkert haben. Woher diese Information stammt, ist allerdings bis heute rätselhaft, Philosophiekenner sprechen von einer "Erkenntnisunschärfe", die sich mit der Erfindung der Dampfmaschine durch (möglicherweise) Thomas Alva Edison über die Welt gelegt habe.

(Hinweis: Sämtliche hier vorliegenden Erkenntnisse können als hundertprozentig gesichert gelten, wenn man nur die benutzten Wörter weit genug fasst.)