SPAM Satire Jugendsprache - DER SPIEGEL
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Einfach too much Riesenärger um Jugendsprache

"Babo", "Klappspaten", "Is mir titte wann wir telen" - jedes Jahr bekommen die Jugendlichen von den Medien neue Wörter und Phrasen zugeteilt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Sängerin Nena findet es einerseits echt super, das mit der Jugendsprache, aber irgendwo eben auch total krass.

Sängerin Nena findet es einerseits echt super, das mit der Jugendsprache, aber irgendwo eben auch total krass.

Foto: Uwe Anspach/ dpa

"Ächz, stöhn," findet da nicht nur der 16-jährige Dirk-Mehmet P. aus Reinickendorf: "Da den Überblick zu behalten, also den Check, das ist schon hammermäßig heavy - oder wie heavy eben jetzt gerade heißt." Man habe eh, so heißt es vielerorts unter jungen Leuten, mehr als genug neuen Stoff zu lernen, Mathe, Physik, Verhütung, ein übelster Leistungsdruck herrsche. "Dann immer noch die neuen Wörter! Dürfen wir denn nie einfach nur chillen?" Doch nicht nur Schüler empören sich über die Anforderungen der neuen, krassen Mediengesellschaft. Auch immer mehr "Kalkleisten" (Senioren) fragen: "Haben wir denn kein Recht auf neue Wörter?" So etwa Kirsten F. (43) aus Bornhöved: "Ich fühle mich immer noch jung genug, Neues zu lernen - und alt genug, um einzelne Silben oder sogar ganze Sätze beim Sprechen zu vergessen!" Auch diese Vergesslichkeit, das Durcheinanderschmeißen von Sachen, das Vernuscheln, das Verhaspeln, so F., seien enorm kreative Kräfte, die die Sprache am Leben hielten. Erste Jugendlichenjurys haben daher bereits "Seniorenwörter des Jahres" gekürt, etwa "Fax" (Material zur Herstellung von Weihnachtskerzen), "CD" (Musik, die man beim Duschen hört), "Rente" (Geld, das faule alte Knacker einfach so vom Staat geschenkt haben wollen). "Die haben schon noch hart was drauf, die krassen Alten", so das übereinstimmende Urteil mehrerer Bekannter der kleinen Cousine (14) unseres Redaktionspraktikanten.