Japanische TV-Sendung finanziert Prothesen-Studie Markeshis Castle
Im Gegensatz zu Beinprothesen sind Fußsohlen- und Fersenprothesen bei Olympia zugelassen.
Foto: Z1021 Peter Endig/ dpaDa die von der Sendung finanzierte Studie kein "Lex Rehm", sondern "eine allgemeingültige Regel für alle durch eine Prothese gehandicapten Athleten" ergeben soll, haben die irren Japaner eine ganze Reihe von Sportlern mit sogenannten Highest-Tech-Prothesen eingeladen. Zum Beispiel die 23-jährige Stabhochspringerin Junko P., die im Pichachu-Kostüm auftritt. Ihre 1,23 Meter langen Unterschenkelprothesen wirken auf den ersten Blick wie verlängerte Versionen von Rehms Karbon-Sprungfeder. Ihre volle Raffinesse entfalten sie aber nach dem Absprung, dann platzen an der Unterseite Millionen von kleinen Kugeln und produzieren einen derart gewaltigen Rückstoß, dass Junko. P. binnen Sekunden die Pappdecke des 40 Meter hohen Fernsehstudios durchstieß. Die TV-Macher waren darüber außer sich vor Freude. Wie Junko P. erläuterte ahme der explosive Knalleffekt das ganz natürliche Platzen von Blasen auf der Fußsohle nach, welches sich auch prothesenlose Athleten zunutze machen könnten.
Der Diskuswerfer Tokoshu F. provozierte dagegen mit einer motorgestützten Mittelstrecken-Armprothese , mithilfe derer er seinen Diskus im Schlaf von Japan nach China befördern konnte. Er wurde - wegen unerlaubten Motorbetriebs - disqualifiziert.
Weitspringer Markus Rehm äußerte sich nach den ersten Drehtagen etwas nachdenklich. "Wenn die jetzt wirklich alle für Olympia zugelassen werden, muss man schon über die Einführung verschiedener Prothesenklassen nachdenken. Das wäre jetzt nicht unbedingt was Neues. Beim Boxen zum Beispiel gibt es ja auch verschiedene Gewichtsklassen." Im Grunde müsste man eigentlich dringend auch verschiedene Größen- und Turnschuhklassen einführen.