Kommentar Nein, caramba!
Es kommentiert unser Kommentator Jens-Karl Bochtler.
Foto: SPAMWas ist passiert? Der Mexikaner schafft es einfach nicht, seine alten Waffen einzuschmelzen, wenn er neue von uns bekommt. Müsste er aber eigentlich, wenn es nach dem deutschen Bundeswirtschaftsministerium ginge - was für eine realitätsferne Regelung! Der Mexikaner, zögernd steht er am glutheißen Feuerofen, streichelt seine "Hecki", mitten in einem wirklich gefährlichen Land - und nun soll er sie, die ihm gute Dienste geleistet hat, einfach den Flammen übergeben? Mit Verlaub, Bundeswirtschaftsministerium: Das ist naiv! Das ist sogar gefährlich. Der Mexikaner, mühsam hat er sein oft am Rande der Legalität Erspartes in eine stahlglänzende, zuverlässige, oft ja lebensrettende deutsche Waffe investiert - und jetzt soll er sie einschmelzen, bevor er eine zweite Waffe dazubekommt, die seine Sicherheit verdoppeln würde? Das ist doch Wahnsinn! Das weiß auch der Mexikaner. Das empfindet er ganz tief drinnen und schießt versonnen ein paar Löcher in die nächststehende Agave. Volltreffer! Dank deutscher Technologie! Was soll nur aus Mexiko werden, wenn wegen der aberwitzigen Waffenschmelze ein Gefühl der völligen Verunsicherung um sich greift? Nein, caramba! Nach Maßstäben der Vernunft kann es nur eine Lösung geben: Statt Mexiko bei jeder Waffenlieferung zum Einschmelzen der alten Gewehre zu zwingen, liefert Deutschland zu jeder Charge die entsprechende Menge eingeschmolzener Waffen gleich mit - vielleicht in Form pazifistischer Kunst-Skulpturen.