Dunkler Regierungsplan Privatisierung der Luft
Billigluft-Produzent Vattenfall
Foto: Patrick Pleul/ dpaViele freuen sich bereits darauf: In nicht allzu ferner Zukunft können Autobahnkunden zwischen drei oder vier exakt nebeneinander verlaufenden Autobahnprodukten ihre bevorzugte Autobahnmarke frei wählen - gegen Bezahlung natürlich. Ähnliches soll bald auch für Luft gelten. Dazu bedarf es allerdings genau wie bei den Autobahnen einer Grundgesetzänderung, denn momentan sehen sich noch die Kommunen im Besitz ihrer Luft. Erst nachdem die Luft in Bundeseigentum übergegangen ist, kann sie im großen Stile veräußert werden. Als besonders ausdifferenziertes Produkt, das es bereits jetzt in zahlreichen Versionen wie stinkend, gesund, verbraucht, ekelhaft etc. gibt, eignet sich Luft hervorragend für den Wettbewerb. Durch den Wechsel zu einem günstigen Luftanbieter können Kunden enorm sparen. Wer etwa künftig seine täglichen Wege immer entlang der Allianz-Hauptverkehrsstraßen mithilfe von RWE-Luft zurücklegt, kommt viel billiger weg, als einer der unbedingt unter Lichtblick-Bäumen in Landliebe-Bioluft spazieren muss. Wohnungsluft wird während einer Übergangszeit noch fest an den Wohnort gebunden sein. Sobald aber die Wohnung an das bereits geplante Luftrohrnetz angeschlossen ist, kann jeder - ganz nach Wunsch - zum Beispiel Premiumluft aus Helgoland, Luft zum Basistarif aus Saarbrücken oder auch Pekinger Billigluft beziehen.