SPAM Satire Streik - DER SPIEGEL
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Streik! Satiriker stellen harte Forderungen

Auch das noch: In Berlin ist die Satirikerorganisation SPAM mit sofortiger Wirkung in den Ausstand getreten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wollen die Satiriker "nicht nachlassen, unsere Anhänger auf kleinen fahrbaren Untersätzen durchs Regierungsviertel zu schicken".

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wollen die Satiriker "nicht nachlassen, unsere Anhänger auf kleinen fahrbaren Untersätzen durchs Regierungsviertel zu schicken".

Foto: ANINDITO MUKHERJEE/ REUTERS

"Ab sofort" und "für eine gewisse Zeit", so SPAM, werde man keine satirischen, sondern nur noch bierernste, hysterische, schlecht recherchierte, systemkonforme, korrumpierte Texte produzieren. "Wir wollen endlich in der Mitte der Gesellschaft ankommen! Und vielleicht sogar Löhne!" So hieß es in einer kurzen unredigierten Erklärung, die am heutigen Vormittag im Netz aufgetaucht ist. Immer mehr Satire in Deutschland werde von ungelernten Arbeitskräften geleistet, "von Bundesministern, Dax-Vorständen, Gewerkschaftsbossen, Chefredakteuren". Und bei allem Talent der Genannten bleibe die Satire doch oft Stückwerk, komme in ungeeigneten Momenten, überschneide sich mit anderer Satire, wirke manchmal sogar wie ernst gemeint. "Wir verlangen nichts weiter als die Einrichtung einer zentralen Satire-Koordinationsstelle, bei der alle relevanten politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Entscheidungen zunächst geprüft - und gegebenenfalls abgewiesen werden." Verpasste Pointen der Geschichte (Selbstabschaffung des Bankensystems, Guttenberg als Bundeskanzler, HSV-Abstieg) könnten hier per Erlass noch rückwirkend durchgesetzt werden. Und auch zur Klärung schwieriger Satirefragen sei die neue Zentralstelle zuständig, etwa, ob Dr. Eckart von Hirschhausen auf einer Meta-Ebene nicht doch auch wieder sehr lustig sei.