Wählerwanderung Demokratie in Gefahr!
Warnplakate zur Regulierung der Wählerwanderung haben sich oft schon als untaugliches Mittel erwiesen.
Foto: Sean Gallup/ Getty ImagesDas hat eine relativ unabhängige Studie im Auftrag der Bundesregierung ergeben. "Wählerwanderung", so ein Sprecher der Kanzlerin, "ist in Vielem vergleichbar mit Krötenwanderung. Überall lauern Gefahren auf die armen, schutzlosen Kreaturen." Für die Politik bedeute Wählerwanderung zudem eine "nicht mehr hinnehmbare Planungsunsicherheit". Wenn eine Partei aus einer Laune der Natur heraus von der Wählerzufuhr abgeschnitten werde, seien Arbeitsplätze in Parlamentarierbüros in Gefahr, lieb gewonnene Lobbyisten kämen plötzlich nicht mehr zu Besuch. Besonders schlimm: Wie Politik-Experten beobachtet haben, findet unkontrollierte Wählerwanderung oft genau dann statt, wenn es in der Polit-Umwelt einen gefährlichen Erdrutsch gibt! "Die Wähler befinden sich dann oft in panischer Flucht aus dem einen politischen Lager in ein anderes politisches Lager." Fraglich sei doch, ob Richtungsentscheidungen der Wähler in einem solchen aufgepeitschten Zustand überhaupt zulässig sind. "Ein Auffanglager für orientierungslose Wähler wäre wünschenswert." Dort könnte man die verunsicherten Wähler, die oft eine unfassbare Odyssee von einem politischen Lager zum nächsten hinter sich hätten, zunächst einmal in einem geschützten, reizarmen Ambiente zur Ruhe kommen lassen. "Wir von CDU/CSU/SPD sind bereit, alle nur erdenkliche Mühen und Kosten auf uns zu nehmen, um diesen armen, verwirrten Seelen eine neue Heimat zu bieten." Über eine Rück-Auswilderung der traumatisierten Demokratie-Opfer müsse dann von Fall zu Fall entschieden werden.