SPAM Satire Wetter Sonne Jens Karl Bochtler - DER SPIEGEL
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Kommentar Volksgefahr Sonnenschein!

Eine Wetterkatastrophe unerhörten Ausmaßes ist über unser Land hereingebrochen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Es kommentiert: Unser Kommentator Jens-Karl Bochtler

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Foto: SPAM

Enervierend piept's von allen Dächern, gleißendes Licht blendet arglose Werkwillige. Der Standort Deutschland ist in Gefahr! Morgens geht man Brötchen kaufen - gut eigentlich für die Konjunktur - , sieht sich dann aber in so genannte "Gespräche" verwickelt. Über das Wetter etwa! Mitbürgerinnen und Mitbürger bleiben debil lächelnd im UV-Sonnenschein stehen, statt sich umgehend zu ihrem Arbeitsplatz zu begeben. Damen ungeklärter Herkunft lenken mit schulterfreier "Bekleidung" Werkwillige von ihren Produktionszielen ab, einander Unbekannte wünschen sich einen "schönen" - nicht etwa "erfolgreichen" Tag! Das ist nicht länger zu dulden! Ja, glauben denn alle, dass der Chinese da tatenlos zusehen wird? Der lacht sich doch, unter seiner industriell erzeugten, blickdichten Smogdecke ins Fäustchen! Und wieder ist er seinem Ziel, der vollständigen, feindlichen Welt-Übernahme, ein Stück näher gekommen. Mitbürger! Lasst das nicht zu! Meldet übergeordneten Stellen, wenn irgendwo ein "Schwätzchen" gehalten wird! Zeigt Zivilcourage, wenn die junge, üppige Kioskverkäuferin dem Kunden mit unverhohlener Lüsternheit den Termin ihres Feierabends (obwohl sie doch, bei nur etwas mehr volkswirtschaftlichem Pflichtbewusstsein, anschließend einen zweiten Job ausüben könnte) mitteilt! Jeder von uns sollte gerade jetzt eine Schippe drauflegen. Das Land - Deutschland! - nach vorne bringen. Jeder von uns kann gerade jetzt das Soll übererfüllen, kann die Soll-Übererfüllung toppen, kann das Topping noch in den dringend notwendigen Schatten stellen! Unser aller Zukunft liegt in unseren schwieligen Händen. Lasst uns das - deutsche - Gemeinwohl voranbringen. In den Himmel glotzen kann das Millionen zählende Heer arbeitsscheuen Gesindels, das sich standhaft weigert, durch Annahme von Jobs neue Arbeitsplätze zu schaffen.