Über hundert Tage Gauck: Bilanz des Schreckens - DER SPIEGEL
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Über hundert Tage Gauck Bilanz des Schreckens

Über hundert Tage haben wir jetzt diesen neuen Bundespräsidenten. Die Bilanz ist verheerend!
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Gauck im Abwehrkampf gegen ein frontal sich näherndes Unwetter übersieht eines von links.

Gauck im Abwehrkampf gegen ein frontal sich näherndes Unwetter übersieht eines von links.

Foto: POOL/ Reuters

Zwischenmenschliches

Unwetter über Unwetter, oft sogar nachts, wenn man die herabstürzenden Bäume gar nicht kommen sieht! So etwas hat es unter Karl Carstens nicht gegeben. Verletzte, überall Zweige auf den Bürgersteigen, heulende Hunde: Was hat Herr Gauck dagegen getan?

Nicht immer muss er reden: Gauck beherrscht auch die Kunst der wortlosen Verführung.

Nicht immer muss er reden: Gauck beherrscht auch die Kunst der wortlosen Verführung.

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Sportliche Erfolge

Reden, uns sind Reden versprochen worden! Jeden Tag eine Rede, direkt in alle Briefkästen. Bei Interesse auch Hausbesuch. Das hatte Herr Gauck uns feierlich zugeschworen! Was geschieht stattdessen? Die Kirchenglocken dröhnen wie immer, Spatzen brüllen von den Dächern. Hätte er nicht wenigstens für Ruhe sorgen können?

Immerhin sind manche Deutsche unter Gauck auch Deutsche Meister geworden. Gauck nahm den Goldpokal mit Freuden an.

Immerhin sind manche Deutsche unter Gauck auch Deutsche Meister geworden. Gauck nahm den Goldpokal mit Freuden an.

Foto: Gero Breloer/ AP

Allgemeine Stimmungslage

Italien! Immer Italien! Immer sollen die uns über sein? Da hätten wir auch Goethe als Präsident behalten können! Ein Fakt für die Ewigkeit: Unter Christian Wulff haben wir kein einziges Pflichtspiel verloren… und jetzt?

Ist wirklich alles schlechter geworden? Oder schaut man unter Gauck nur genauer hin? Möglich wär's.

Ist wirklich alles schlechter geworden? Oder schaut man unter Gauck nur genauer hin? Möglich wär's.

Foto: Jörg Carstensen/ dpa

Kaum Proteste

Seit Gaucks Machtübernahme ist alles schlechter geworden. Die Butter wird nicht billiger. Das Auto stottert. Unser Nachbar hat sich heute den Kopf gestoßen. Was tut Gauck! Warum grinst er so verschmitzt? Wir wissen es nicht. Aber wir haben Angst vor der Antwort.

Und die Landschaften blühen eben doch: Gauck zum Beispiel pflegt täglich ein kleines Sträußchen zu pflücken.

Und die Landschaften blühen eben doch: Gauck zum Beispiel pflegt täglich ein kleines Sträußchen zu pflücken.

Foto: dapd

Kein Skandal scheint ihm etwas anhaben zu können: Bunga-Bunga perlt an ihm ab, die von ihm versprochenen blühenden Landschaften sucht man vergeblich, nicht mal ist er nach vierzig Tagen in den Himmel geflogen! Zurück bleibt ein traumatisiertes Volk: Jeden Samstag wird als Zeichen des Protests laut der Rasen gemäht. Zu mehr reicht es nicht.

Aber Rücktrittsforderungen

Rücktritt? Ich?

Rücktritt? Ich?

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Die Frage ist: Genügt uns ein Rücktritt? Sind nicht andere Despoten wegen viel geringerer Verfehlungen abserviert worden? Wie lange kann Deutschland es sich leisten, auf Bettina Wulff zu verzichten? Das sind die Fragen, die dringend der Klärung bedürfen. Nein, Gaucks Rücktritt muss schimpf- und schmachvoll sein. Er soll bei Lanz auftreten, er soll beim Promi-Dinner kochen, soll mit Gina-Lisa ins Hotel. Und dann ab dafür! Und nie wieder wollen wir aus seinem Munde ein schlechtes Wort über Fozzie Bär hören.