Wegen der ganzen totalen Gewalt Der DFB handelt!
Beim jüngsten DFB-Treffen sind sämtliche vorhandenen Hirnmassen mit weißen Spezialhelmen geschützt worden.
Foto: Friedemann Vogel/ Bongarts/Getty ImagesIn einem Spitzentreffen führender DFB-Denker ist jetzt das nachfolgende Sofortprogramm beschlossen worden:
Platzverweise für Fans
Typisch: Selbst bei genügend Platz rotten sich Fans meist zu gefährlichen Rudeln zusammen.
Foto: Jonas Güttler/ dpaTrikotausziehen, Zäune-Erklimmen und Rudelbildung werden ab sofort mit dem Platzverweis geahndet - und zwar auch bei Fans.
Strengste Verbote
Das Hüpfen dieses französischen Anhängers soll auf dem entlegenen Bikini-Atoll zu einer Atomexplosion geführt haben.
Foto: STAFF/ ReutersGewalt gegen Tribünen kann und wird in deutschen Stadien nicht mehr toleriert werden! Unbefugtes Hüpfen, Bierverschütten sowie die tückischen Individualpyros (oft verharmlosend "Zigaretten" genannt) sind ab sofort streng verboten, vielleicht sogar strengstens.
Neuer Gewaltbegriff
Wer partout auf das Schreien nicht verzichten kann, muss künftig moderne Stadionkleidung mit integriertem Akustikstopper tragen.
Foto: Oliver Berg/ dpaInsgesamt machen die DFB-Spitzen sich für einen "modernisierten Gewaltbegriff" stark: So soll zukünftig auch "seelische Gewalt" aus den deutschen Stadien ausgeschlossen werden, etwa "Beschimpfen", "Fluchen" oder "Anfeuern". "Schon der Kauf einer Eintrittskarte", so ein DFB-Psychologe, "löst einen unheimlichen Erfolgsdruck aus, dem viele Spieler einfach nicht mehr gewachsen sind."
Kartenverkauf vor dem Aus?
Hoffenheimer Modellprojekt: Im dortigen Stadion sollen - statt Becherbier - nur noch Stevia-Kaubonbons in den Verkauf kommen.
Foto: David Mcnew / AFPDie Lösung für dieses Dilemma könnte das Totalverbot von Kartenverkauf sein. "Stadien, die komplett von Sponsoren und Gewinnspielgewinnern gefüllt werden, werden von den Fußball-Performern als bis zu 35 % humaner erlebt", so eine DFB-Studie. Erste Gedankenspiele sehen schon eine "Wellness-Bundesliga" vor, in der nur durchsterilisierte Klubs wie Hoffenheim, Wolfsburg oder Bayern München vorkommen.
Hilfe der Pharmazie
DFB-Ärzte testen im Labor bereits neuartige Stadionzuschauerliegeplätze.
Foto: Jörg Vogelsänger/ dpaUm eine zivile Atmosphäre herzustellen, wird in ersten Bundesligastadien schon mit dem Zusatz pharmazeutischer Mittel zum Stadionbier experimentiert: "Baldrian oder Beta-Blocker fallen geschmacklich kaum auf und lassen viel weniger Unzufriedenheit aufkommen", so Experten. Ergänzend sei auch der flächendeckende Einsatz von Pink-Floyd-Stücken als Stadionmusik denkbar.
Familienfreundliche Spiele
Bürgernaher Fußball: So kann er aussehen.
Foto: Anke Hesse/ dpa"Bei all dem müssen wir aufpassen, dass der Fußball bürgernah bleibt!", sagt der Düsseldorfer DFB-Chef Wolfgang Niersbach: "Bei einem Spielstand, der 80 % der Zuschauer zufriedenstellt, sollte es durchaus auch erlaubt sein, dass die Anwesenden auf Spiel-Ende entscheiden, indem sie - auf familienfreundliche Art und Weise - das Feld betreten." Die Gästemannschaft könne als Kompensation durchaus ein paar Hotelgutscheine oder Gummibärchentüten bekommen.
Pyrotechnik-Kompromiss
Grauenvolle, blutrünstige Bilder wie dieses sollen in Zukunft der Vergangenheit angehören.
Foto: Boris Streubel/ Bongarts/Getty ImagesZu einem Kompromiss hat man sich in der Frage der umstrittenen Pyrotechnik durchgerungen: In Zukunft sollen bis zu acht Streichhölzer pro Fanblock erlaubt sein, dazu drei Räucherstäbchen und in der Adventszeit sogar eine Wunderkerze, die unter feuerwehrpolizeilicher Aufsicht zwei Stunden vor dem Spiel abgebrannt werden darf.
Neue Fußballermodelle
Schon in der Saison 2014/15 sollen die stets verletzungs- und formanfälligen "Spieler" gegen robuste Kleinroboter ausgetauscht werden.
Foto: dapd"Insgesamt ist Fußball als Massenveranstaltung ein Auslaufmodell", so der DFB. Wofür würden denn immer diese immensen Fernsehgelder gezahlt, wenn die Leute dann den Weg vor den Fernseher scheuten? "Die Zukunft des Bundesligafußballs ist heute schon klar erkennbar," so eine DFB-Erklärung: "Das Spiel findet in einer Turnhalle auf Mallorca statt, und die Fans sitzen mit ihren Fähnchen zu Hause und werden über Skype auf einer Großbildleinwand zugeschaltet."