EM.TV Muss Haffa gehen?
Bei der angeschlagenen Münchner Medienfirma EM.TV ist der
Gründer und Vorstandschef Thomas Haffa kaum mehr zu halten.
Ursprünglich sollte der frühere BMW-Lehrling und spätere
Schreibmaschinenverkäufer auf jeden Fall die
Hauptversammlung Anfang August absolvieren, um dort den
Unmut der enttäuschten Kleinaktionäre auf sich zu ziehen.
Das Verhältnis zum einflussstarken künftigen
Neu-Gesellschafter Leo Kirch ist aber bereits starken
Belastungen ausgesetzt. Zum Beispiel dementierte Haffa
öffentlich Gerüchte um eine Demission des erst im November
2000 gekommenen Finanzchefs Rolf Rickmeyer, obwohl dessen
baldiger Abgang für die Kirch-Manager längst feststeht.
Rickmeyer gilt als Protegé der WestLB, die EM.TV am
Kapitalmarkt eng begleitet hat und der die Kirch-Leute eine
Mitschuld am Desaster der Firma geben. EM.TV meldete jetzt
für das Jahr 2000 einen Horrorverlust von 2,8 Milliarden
Mark bei 1,3 Milliarden Mark Umsatz. Neuer Finanzchef soll
Marius Schwarz werden, der vor seiner Zeit als
Finanzvorstand des Kinokonzerns Cinemaxx beim Kirch-Sender
Sat.1 gearbeitet hat. Der EM.TV-Marketingvorstand und
designierte Haffa-Nachfolger Rainer Hüther will offenbar
auf Dauer mit einem kleinen dreiköpfigen Führungsgremium
arbeiten.