Interview mit Stuart Meloy: "Ich bin kein Dr. Frankenstein" - DER SPIEGEL
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Interview mit Stuart Meloy "Ich bin kein Dr. Frankenstein"

Dr. Stuart Meloy, 43, amerikanischer Schmerzforscher, über den Orgasmus auf Knopfdruck
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SPIEGEL:

Herr Dr. Meloy, Sie haben ein Patent erworben - für ein Verfahren, mit dem Sie Frauen einen künstlich erzeugten Orgasmus verschaffen wollen, elektronisch und gleichsam auf Knopfdruck. Wollen Sie den Sex abschaffen?

Meloy: Auf keinen Fall! Sex ist ja mehr als nur das Anklicken eines Orgasmus'. Aber es gibt eben Frauen, die aus medizinischen und psychischen Gründen nie in den Genuss eines sexuellen Höhepunkts gelangen; für die forsche ich. Ich bin kein Dr. Frankenstein, sondern nur ein Anästhesist, der etwas entdeckt hat.

SPIEGEL: Was haben Sie entdeckt?

Meloy: Es geschah während einer Routine-Operation: Ich setzte einer Patientin eine Elektrode ins Rückenmark, um die Schmerzen in ihrem rechten Bein zu lindern. Bei diesem Eingriff sind die Patienten nur lokal betäubt. Plötzlich fing die Frau an zu stöhnen und zu juchzen ...

SPIEGEL: Was dachten Sie?

Meloy: Ich erschrak - und kapierte nicht, was geschehen war. Bis die Patientin mich anlächelte und sagte: "Das müssen Sie bitte meinem Mann beibringen, was Sie da gemacht haben." Und da dämmerte es mir.

SPIEGEL: Und Sie witterten gleich ein Geschäft?

Meloy: Nein, ich schilderte den Vorfall einem Kollegen. Der brachte mich auf die Idee, ein Patent anzumelden und nach Investoren Ausschau zu halten.

SPIEGEL: Wann kann man den ersten Orgasmus-Automaten kaufen?

Meloy: Zunächst müssen wir das Phänomen erforschen. Das kostet Zeit und Geld, darum verhandele ich momentan mit einigen Venture-Capital-Firmen, die interessiert sind.

SPIEGEL: Was sagte Ihre Frau, als Sie ihr von Ihren Plänen berichteten?

Meloy: Sie findet das Projekt großartig. Für sich selbst hat sie kein Interesse. Ich würde sagen, sie braucht keine elektronische Orgasmus-Hilfe.