Doping Schlupflöcher für Schummler
portlern, die sich mit Kortikoiden dopen wollen, bleiben auch in Zukunft Schlupflöcher offen. Viele Athleten lassen sich attestieren, Asthmatiker zu sein, um dadurch legal kortisonhaltige Präparate einnehmen zu können. Die ab dem 1. September gültigen Dopingbestimmungen des Internationalen Olympischen Komitees verlangen zwar "umfangreiche medizinische Begründungen" für Inhalationspräparate. Für Kortikoide, die eine bessere Energiebereitstellung im Muskel ermöglichen sowie schmerzlindernd wirken, reicht aber weiter das Attest eines Arztes.
Bei internationalen Veranstaltungen gaben bis zu 80 Prozent der Sportler an, Asthmatiker zu sein im Bevölkerungsschnitt sind es nur 4 Prozent. Belegt ist allerdings, dass Ausdauersportler durch hartes Training im Freien leicht Asthma bekommen können.
Vergangene Woche hatte Rad-Olympiasieger Jan Ullrich erklärt, die bei einer Razzia gefundenen Kortikoide wegen seines Asthmas zu benötigen.
Heute könne "jeder Doktor Dummerhans ein Attest ausschreiben", rügt der Hamburger Bronchial-Allergologe Martin Ehlers, der selbst Schwimmer der deutschen Nationalmannschaft betreut. Um Gefälligkeitsgutachten zu verhindern, fordert er, dass künftig auch die Methode, mit der so genanntes Belastungsasthma festgestellt wurde, im Attest genannt werde.