EM.TV: Weitere Strafanzeige - DER SPIEGEL
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EM.TV Weitere Strafanzeige

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Neuer Ärger droht Thomas und Florian Haffa. Obwohl die beiden Ex-Chefs der Medienfirma EM.TV bereits von der Münchner Staatsanwaltschaft beschuldigt werden, geschönte Zahlen veröffentlicht und so den Börsenkurs in die Höhe getrieben zu haben, hat der Münchner Rechtsanwalt Klaus Rotter im Namen von über 500 EM.TV-Aktionären Strafanzeige gegen die Brüder erstattet ­ ihm und seinen Kollegen geht die Anklageschrift der Staatsanwälte nicht weit genug. Rotter will erreichen, dass die Staatsanwälte auch die Hintergründe des Formel-1-Engagements von EM.TV genau überprüfen. Die Haffas, so der Vorwurf, hätten die EM.TV-Anleger nachlässig und viel zu spät über die Risiken des Formel-1-Deals informiert, der Anfang des Jahres zum Engagement der Kirch-Gruppe bei dem Not leidenden Rechtehändler führte. Bei der Übernahme eines 50-Prozent-Pakets am Formel-1-Imperium von Bernie Ecclestone vor anderthalb Jahren hatten sich die Haffas verpflichtet, ihm ab Mai 2001 den Verkauf weiterer 25 Prozent der Anteile für rund zwei Milliarden Mark an EM.TV zu ermöglichen, falls sie eine vorher eingeräumte Kaufoption nicht ausüben sollten. Doch nach Recherchen der Münchner Anwälte und Aussagen von Ex-EM.TV-Managern wurden zunächst nur ausgewählte Analysten in Hintergrundgesprächen über die teure Zusatzklausel informiert. Außenstehende Aktionäre erfuhren erst Monate später von dem Knebelvertrag, der das Unternehmen Ende vergangenen Jahres an den Rand des Ruins trieb und den Kleinaktionären erhebliche Verluste bescherte.