Panorama Trabi-Justiz
Dort begann vergangene Woche - sechs Jahre nach Erhebung der Anklage - endlich die Verhandlung. Auch in der DDR, so Anklagevertreter Kollorz, sei schließlich niemand auf die Idee gekommen, die Belegschaft des Trabi-Herstellers VEB Sachsenring Zwickau zu verdammen, weil man zehn Jahre und mehr auf einen Trabant warten musste. Die Verantwortung für solche Zustände sei "woanders zu suchen" - damals im Autobau, heute in der Justiz.
Das Schweriner Gericht sei personell unterbesetzt und habe aus rechtlichen Gründen Verfahren, bei denen die Angeklagten in Untersuchungshaft saßen, vorziehen müssen. Die Verteidigung fordert derweil, den Prozess gegen ihre unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagten Mandanten auf Grund der unzulässigen Verschleppung einzustellen.