ANTI-TERROR-EINSATZ Deutsche unerwünscht?
Der geplante Einsatz der Bundeswehr zum Schutz von
US-Truppen in Kuweit entwickelt sich zur Posse. Erst wurde
ein Erkundungsteam von den Amerikanern nicht auf den
US-Stützpunkt vorgelassen; das Team konnte auch nicht mit
kuweitischen Behörden verhandeln, weil die eilig entsandten
Offiziere nur mit Touristenvisa ausgestattet und in
Zivilkleidung angereist waren (SPIEGEL 52/2001). Dann
ergaben sich diplomatische Verwicklungen: Kuweit verweigert
seit Wochen Einreisegenehmigungen für Spezialisten zur
ABC-Abwehr, die vom 22. Januar an mit Kameraden aus
Tschechien und den USA ein viertägiges Manöver abhalten
sollen. Saudi-Arabien verlangte, der Überflug des
Luftwaffen-Airbus, der die Truppe nach Kuweit bringen
sollte, müsse mindestens 30 Tage vorher angemeldet werden.
Schließlich ließ der amerikanische Lagerkommandant wissen,
in seinem Camp sei nicht genug Platz für die deutschen
Verbündeten. In letzter Minute stoppte nun
Verteidigungsminister Rudolf Scharping die für vergangene
Woche geplante Verschiffung von "Fuchs"-Spürpanzern nach
Kuweit; 250 abmarschbereite Soldaten wurden wieder nach
Hause geschickt auf unbestimmte Zeit. Washington wolle
das Manöver nicht mehr, vermutet die Berliner Regierung,
weil es als Vorbote eines Angriffs auf den Irak missdeutet
werden
könnte.