PRINZ EUGEN VON SAVOYEN
Der schmächtige Prinz wollte gern zum Militär. Aber sein Vater riet dem jüngsten seiner fünf Söhne zur Kirchenlaufbahn, und als der sich dennoch bei Ludwig XIV. zum Kriegsdienst melden wollte, schickte auch der Sonnenkönig ihn weg. Zwei teure Irrtümer für Frankreich. Denn Franz Eugen von Savoyen wurde schließlich doch engagiert am Hof des Kaisers in Wien. Dort stieg "Prinz Eugen" schnell zum Feldmarschall empor seine Siege veränderten die politische Landkarte des Europas der Aufklärung. 1697 schlug er die Osmanen entscheidend bei Zenta in Nordserbien, seither wird er als Retter des christlichen Abendlandes gefeiert. Als der Kaiser im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 bis 1714) gegen Ludwig XIV. die Große Allianz mehrerer europäischer Mächte bildete, kommandierte Prinz Eugen die Truppen zum Sieg gegen sein Geburtsland. Das stülpte die politischen Verhältnisse Europas um: Habsburg war zur Vormacht geworden, Frankreichs expansiver Monarch gestoppt worden. Der geschlagene Franzose verlor einiges an Ruhm und Territorien (so die nordamerikanischen Kolonien an England), während sein einst verschmähter Bewerber nun Kriegskarriere machte. Und: Bei jedem Sieg gab es Lohn in Geld für den Kommandierenden, dazu nach Kriegsbrauch ein Drittel des erbeuteten Heeresguts sowie ein Zwangsgeschenk vom besiegten Feldherrn. Da fast nie Frieden war, wurde der staatsmännische Kriegsgewinnler zu einem der reichsten Männer Europas. Er zeigte es mit Pomp. Seine vielen Schlösser statteten berühmte Baumeister wie Fischer von Erlach aus. Hunderte Lakaien pflegten die prinzlichen Besitztümer, darunter einen Zoo mit exotischem Getier, aber auch Gemäldesammlungen und eine Prachtbibliothek. Denn Prinz Eugen, vom Volksmund zum "edlen Ritter" erhoben, glänzte auch als Kulturgröße. Mit ihm korrespondierten zeitgenössische Gelehrte wie Gottfried Leibniz oder Charles de Montesquieu über philosophische und staatsrechtliche Fragen. Im Dienste dreier Habsburger Kaiser wurde Eugen zu einer zentralen politischen Figur Europas.