WETTER Späte Warnung vorm Todes-Orkan
Wieder hat der deutsche Wetterdienst (DWD) ein Unwetter verschlafen. Mit bis zu 180 km/h (über Windstärke 12) peitschte der "Todes-Orkan Anna" ("Bild") vorige Woche über Norddeutschland. Drei Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Eine rechtzeitige Warnung des staatlichen Wetterdienstes blieb aus. Noch am Vorabend sagte der DWD in seinem "Tagesschau"-Wetterbericht nur "starke bis stürmische Böen" voraus was gerade 39 bis 74 km/h (Windstärke 6 bis 8) entspricht. Kurz vorher hatte Jörg Kachelmann vom privaten Wetterdienst meteomedia, ebenfalls in der ARD, schon vor "Orkangefahr an der deutschen Küste" gewarnt: "Das wird dramatisch." Grund für die DWD-Panne: Der "Tagesschau"-Wetterbericht basiert auf einer über 14 Stunden alten Computervorhersage, was meist kaum auffällt. Diesmal jedoch kam es auf jede Stunde an: In der veralteten Prognose war die Wucht von "Anna" noch nicht erkennbar. Konkurrent Kachelmann hingegen verwendete die genaueren Berechnungen ausländischer Wetterdienste. DWD-Sprecher Uwe Wesp gibt zu, die Öffentlichkeit zu spät gewarnt zu haben: "ein eindeutiges Versäumnis".