Flucht übers Meer
26. Dezember 1996:
Südlich von Sizilien ertrinken 283 Männer, Frauen und Kinder. Die tamilischen Flüchtlinge waren im ägyptischen Alexandria in ein Schlepperboot gestiegen.
20. Juli 2000: Mit rund 550 Menschen an Bord landet an der kalabrischen Küste die "Sam". Die meisten der Flüchtlinge auf dem Schiff, das unter indischer Flagge fährt, sind Kurden aus der Türkei und dem Irak.
17. Februar 2001: In Boulouris an der Côte d'Azur strandet die "East Sea", die eine Woche zuvor vom türkischen Iskenderun in See gestochen war. Von gut 900 Flüchtlingen an Bord sind 480 Kinder; die meisten der Boatpeople stammen aus dem Irak.
5. Juni 2001: An der italienischen Südküste gehen 430 Flüchtlinge an Land, vor allem Kurden. Sie sind auf einem 30 Meter langen Boot aus der Türkei gekommen.
16. Juli 2001: Die italienische Marine greift in der Nähe von Crotone ein Schiff mit 320 Menschen auf, überwiegend Kurden, Afghanen und Iraker.
5. November 2001: Auf der griechischen Insel Zakynthos landen 714 Flüchtlinge, die überwiegend aus Afghanistan, Iran und dem Irak stammen und nahe Izmir an Bord gegangen sind. Im Glauben, sie seien in Italien angekommen, rufen die Menschen, als sie den türkischen Frachter "Erenler" verlassen: "Viva Italia."
3. Januar 2002: Mit 257 Menschen an Bord wird die "Aydin Kaptan", ein türkischer Frachter, von der griechischen Küstenwache in den Hafen von Ierapetra auf Kreta geschleppt. Zuvor hatte das Schiff wegen eines Maschinenschadens "SOS" gefunkt.
10. April 2002: Ein Schiff mit mindestens 176 Flüchtlingen trifft an der süditalienischen Küste ein; die meisten stammen aus Sri Lanka und Indien.
Insgesamt sind nach Erkenntnissen deutscher Behörden zwischen Mitte Februar 2001 und Mitte April dieses Jahres über 23 000 Flüchtlinge auf 465 Schiffen nach Europa gelangt.