ARCHÄOLOGIE: Steinzeittempel in Dresden - DER SPIEGEL
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ARCHÄOLOGIE Steinzeittempel in Dresden

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Auf die Überreste einer rund 7000 Jahre alten Kultstätte sind Ausgräber des Landesamtes für Archäologie Sachsen im Dresdener Stadtteil Nickern gestoßen. Bei der Sondierung eines Areals, durch das die Autobahn A 17 von Dresden nach Prag führen soll, fanden die Archäologen die Spuren von vier parallel verlaufenden Gräben. Offenbar umschlossen sie einst wie konzentrische Ringe ein Steinzeitheiligtum. Der größte Durchmesser des neolithischen Erdwerks beträgt 110 Meter; die wie Schutzringe um das Heiligtum gestaffelten Gräben wurden nach Auskunft von Grabungsleiterin Patrizia de Vries "sehr regelmäßig" im Abstand von jeweils zehn Metern ausgehoben. So genannte Kreisgrabenanlagen wie die jetzt gefundene zählen zu den ältesten Monumentalbauten Europas. Ihre Konstrukteure gehörten zur Steinzeitkultur der Stichbandkeramiker, die Menschenopfer darbrachten, Rinder domestizierten und vom primitiven Ackerbau lebten. Denkbar ist, dass die Ringtempel, ähnlich wie die 2000 Jahre jüngere Anlage von Stonehenge in Südengland, Stätten eines steinzeitlichen Sonnenkults waren, mit dem die frühen Farmer die Kalenderdaten des Sonnenjahres bestimmten. Nur rund 500 Meter vom jetzt entdeckten prähistorischen Freitempel entfernt haben die Ausgräber schon in den neunziger Jahren drei ähnliche, allerdings kleinere Anlagen der Steinzeitingenieure im Untergrund lokalisiert.