Wahlkampf: Oliver Kahn preist Joschka Fischer - DER SPIEGEL
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Wahlkampf Oliver Kahn preist Joschka Fischer

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Oliver Kahn, Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und unumstrittene Nummer eins aller Parteien, die im Bundestagswahlkampf um prominente Unterstützer buhlen, hat vorsichtig seine Präferenzen erkennen lassen. Den Sozialdemokraten Gerhard Schröder mag der beste Torhüter der Welt und von allen gefeierte Hochleistungsträger mit dem Satz "Immer wenn Deutschland die Fußball-WM gewann, brachte das einen Bonus für den Kanzler" ebenso wenig bewerten wie dessen Herausforderer: "Ich weiß, dass Stoiber im Beirat des FC Bayern München sitzt." Als seinen "persönlichen Favoriten, menschlich und politisch", nennt er dagegen den Spitzenkandidaten der Grünen, Joschka Fischer. Und der derart Gepriesene vernahm die frohe Kunde zwar mit Dankbarkeit, aber gelassen: Jemand wie Kahn, lobte der Außenminister seinerseits, habe halt einen Blick dafür, "dass ich in der Verteidigung und im Sturm so gut bin wie er im Tor".

Fischer und seine arg bedrängten Grünen können den Sympathiebeweis gut gebrauchen, während Schröder und Co. irritiert zu sein scheinen. Angeblich hatten sich auch die Sozialdemokraten um den populären Vorzeige-Keeper bemüht, die Versuche aber eingestellt, weil "der Olli schon für Stoiber läuft", so ein SPD-Wahlkämpfer.