BANKGESELLSCHAFT Verschwundene Akten?
In der Affäre um mögliche Bilanzfälschungen bei der
Berliner Bankgesellschaft gerät der frühere Regierende
Bürgermeister Berlins, Eberhard Diepgen (CDU), in
Bedrängnis. Sein Nachfolger, der SPD-Politiker Klaus
Wowereit, ließ vergangene Woche Akten über die Bank suchen
ohne Erfolg. Der Wirtschaftsprüfer Achim Walther, der
bereits 1997 enorme Risiken bei der landeseigenen Bank
entdeckt hatte, wies im März vergangenen Jahres in einem
Brief an Diepgen auf seine Prüfergebnisse hin. "Im Konzern
der Bankgesellschaft wurde mit krimineller Energie alles
versucht, um ... Marktführer in einer Branche zu werden,
deren Geschäfte normalerweise nicht durch das
Kreditwesengesetz gedeckt sind." Doch diese Warnung des
Prüfers war bis Freitag vergangener Woche in der
Senatskanzlei nicht mehr aufzufinden. Diepgen erklärte, er
könne sich an den Vorgang nicht erinnern. Auch Wowereit
wurde von dem Wirtschaftsprüfer alarmiert, Ende vergangenen
Jahres. Wowereit gab das Schreiben nach eigenen Angaben an
die Finanzverwaltung
weiter.