Lkw-Maut: Fauler Kompromiss - DER SPIEGEL
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Lkw-Maut Fauler Kompromiss

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Der Wettstreit um den milliardenschweren Auftrag zur Installation eines Lkw-Maut-Systems auf deutschen Autobahnen scheint entschieden. Die unterlegene Ages-Gruppe wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf weitere Einsprüche gegen die Vergabe an das Konsortium um Deutsche Telekom und DaimlerChrysler verzichten. Grund ist ein fauler Kompromiss, der vergangene Woche festgezurrt wurde. Danach wird Ages-Hauptgesellschafter Vodafone trotz der Niederlage an dem Maut-Geschäft partizipieren. In geheimen Verhandlungen hat sich die Telekom bereit erklärt, bis zu 30 Prozent des Datenvolumens, das über Mobilfunknetze abgewickelt wird, an die Vodafone-Tochter D2 abzugeben. Nach Vodafone-Berechnungen entspricht dies einem jährlichen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe. Im Gegenzug will Vodafone auch die noch zögernden Mitgesellschafter wie den Mineralölkonzern Shell dazu bewegen, keine weitere Beschwerde gegen die umstrittene Vergabe des Auftrages vor Gericht einzulegen. Ein erneuter Einspruch vor Gericht könnte den für Mitte nächsten Jahres geplanten Start des Maut-Systems erneut verzögern und DaimlerChrysler und die Telekom in arge Bedrängnis bringen. Per Vertrag hat sich das Sieger-Konsortium verpflichtet, für jede weitere Verzögerung Strafen in mehrstelliger Millionenhöhe an den Bund zu zahlen.