Lufthansa: Sicherheitsloch im Netz? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Lufthansa Sicherheitsloch im Netz?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Lufthansa-Tochter LFT hat Ärger mit den Piloten des Konzerns, für deren Aus- und Fortbildung sie zuständig ist. Anlass sind lukrative Nebengeschäfte des Konzernablegers, die nach Ansicht der Flugzeugführer erhebliche Sicherheitsrisiken bergen. Wer die Website der LFT anklickt, kann als Außenstehender dort nicht nur ­ gegen entsprechendes Entgelt ­ Lehrgänge und Auffrischungskurse für Piloten buchen. Unter der Rubrik "Pilot für einen Tag" werden sogar "Simulator-Erlebnisflüge" angeboten, bei denen auch Starts und Landungen auf dem Rhein-Main-Airport geprobt werden. In einem internen Aushang übte die Personalvertretung der Piloten kürzlich heftige Kritik an der Vermarktung des LFT-Know-hows. "Während wir aus Sicherheitsgründen durch gepanzerte Cockpittüren ... kaum noch mit unserer Cabincrew kommunizieren können", heißt es in dem Brandbrief, "ist es nicht hinnehmbar, dass eine unartige Tochter der LH hinter dem Rücken derartige Sicherheitslöcher aufreißt." Eine LFT-Sprecherin versichert, dass nur autorisierte Piloten Zugriff auf die Schulungsprogramme erhielten. Auch die Simulatorflüge seien harmlos, da sie unter strenger Kontrolle in größeren Gruppen stattfänden.