Berliner Bankgesellschaft: Bilanz schön gerechnet - DER SPIEGEL
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Berliner Bankgesellschaft Bilanz schön gerechnet

Das Desaster der Bankgesellschaft Berlin wird die Stadt noch länger in Atem halten, als ohnehin schon befürchtet. Wie aus einem Prüfbericht der PwC Deutsche Revision hervorgeht, lauern in der Bilanz des Skandalunternehmens noch erhebliche Risiken.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

So hatte die Bank seit 1998 gut eine Milliarde Euro in Investmentfonds angelegt, die auf dem Eurostoxx basieren. Zum Bilanzstichtag, dem 31. Dezember 2001, lag der Marktwert dieser Papiere "um 286 Millionen unter dem Buchwert“, heißt es in dem Prüfbericht. Abgeschrieben aber wurde der Betrag nicht, "da die Bank davon ausgeht, dass die Wertminderungen in den Eurostoxx-basierten Fonds nicht dauerhaft sind“.

Mittlerweile hat der europäische Blue-Chip-Index weitere 34 Prozent verloren – was einen zusätzlichen Wertverlust von rund 300 Millionen Euro bedeutet. Die Bank sehe noch immer keine Notwendigkeit, die Summe abzuschreiben, will den Posten aber "beobachten“, wie eine Sprecherin sich ausdrückt.

Auch im Geschäft mit privaten Kunden wurden die Risiken eher versteckt als ausgewiesen. Die Vorsorge liege hier mit einer angenommenen Ausfallquote von 4,74 Prozent trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage auf "niedrigem Niveau“, so die Prüfer. Bei Firmenkrediten beträgt sie 14,39 Prozent – im Vergleich zu anderen Banken schlichtweg eine katastrophal hohe Zahl.

Bankmitarbeiter wundern sich zudem über die hohe Bewertung der 125 Beteiligungen. Die Anteile stünden noch immer mit rund 430 Millionen Euro in den Büchern, obwohl die Erträge daraus deutlich gesunken sind. Im vergangenen Jahr musste das Institut laut Prüfbericht sogar Verluste von 49 Millionen Euro aus 16 dieser Gesellschaften übernehmen.