Ostdeutscher Wunschzettel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ostdeutscher Wunschzettel

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Selbstbewusst reklamieren ostdeutsche Sozialdemokraten den Lohn für ihren Wahlerfolg. Auf einem Strategietreffen in der Berliner SPD-Zentrale haben sie ihre Forderungen formuliert:

  • Ausnahmen für den Osten bei Sparmaßnahmen der einzelnen Ressorts.
  • Ein weiterer Ostdeutscher soll ins Kabinett einziehen ­ möglichst ins Verkehrsministerium, das zum Infrastrukturressort ausgebaut werden soll. Als Kandidaten wünschen sich die Genossen den Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee.
  • Der Aufbau-Ost-Beauftragte im Kanzleramt, Rolf Schwanitz, soll weitere Aufgaben übernehmen. Im Gespräch ist ein Vetorecht bei Entscheidungen, die Ostdeutschland betreffen.
  • Der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe soll Beauftragter des Kanzlers für die EU-Osterweiterung werden.

Außerdem möchten die Sozis die Forderungen des Magdeburger Ost-SPD-Parteitags in den Koalitionsvereinbarungen festschreiben:

  • Angleichung der Ostlöhne im Öffentlichen Dienst ans Westniveau bis 2007;
  • spezielle Beschäftigungsprogramme für arbeitslose Jugendliche im Osten;
  • weitere Mittel für den Abriss leer stehender Plattenbauten.

Um den Forderungen mehr Gehör zu verschaffen, wollen sich die 49 Ost-SPD-Bundestagsabgeordneten neu organisieren. Es soll nur noch einen Sprecher geben (bisher drei). Für den Job werden dem brandenburgischen SPD-Abgeordneten Peter Danckert Ambitionen nachgesagt. Der gab eine Probe des neuen Tons: "Man muss auch mal auf den Tisch hauen."