FOTOGRAFIE: Kunstprodukt Natur - DER SPIEGEL
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FOTOGRAFIE Kunstprodukt Natur

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Es war Liebe auf den ersten Klick: "Das Silberlicht brachte jeden Grashalm, jedes Sandkorn zu metallischem Glänzen", notierte Ansel Adams Anfang der zwanziger Jahre nach einem seiner ersten Besuche im Yosemite National Park in Kalifornien. Später machte Adams, weil die angepeilte Karriere als Konzertpianist nicht recht in Gang kommen wollte, sein Hobby zum Beruf; er wurde der bedeutendste Landschaftsfotograf der USA. Ansel Adams (1902 bis 1984) hat mit seinen majestätischen Bildern viele Naturwunder Amerikas für immer in fotografische Ikonen verwandelt. Doch Adams' gottgleicher Blick auf die Natur schuf in Wahrheit perfekte Kunstprodukte: Postkartenidyllen, menschenleer ­ obwohl allein der Yosemite Park, Adams' bevorzugtes Motiv, schon damals jedes Jahr Hunderttausende Touristen anzog. Es dürften bald noch ein paar Besucher mehr werden, denn eine Ausstellung der besten Adams-Fotos tourt seit einem Jahr um die Welt: "Ansel Adams at 100 ­ Die große Retrospektive" ist, nach Stationen in San Francisco, Chicago und London, von Donnerstag dieser Woche an in der Kunstbibliothek in Berlin zu sehen (bis 5. Januar; der opulente, in bester Qualität gedruckte Ausstellungsbildband ist im Münchner Christian Verlag erschienen).