USA: Wachwechsel in Guantanamo - DER SPIEGEL
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USA Wachwechsel in Guantanamo

Das Pentagon hat wegen zu großen Verständnisses für die Gefangenen in Guantanamo Bay den Chef der Militärpolizei, Brigadegeneral Rick Baccus, von seinem Posten abberufen.
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Seine Vorgesetzten machten ihm zum Vorwurf, dass er Ansprachen an die derzeit 598 Gefangenen, die meist in Afghanistan in Kriegsgefangenschaft gerieten und zur US-Enklave auf Kuba ausgeflogen wurden, mit der Höflichkeitsformel "Friede sei mit euch" begann. Noch stärker ins Gewicht fiel, dass Baccus die Verhörspezialis-ten der US-Geheimdienste rüder oder aggressiver Methoden bezichtigte. Eigentlich herrscht auf Guantanamo strikte Arbeitsteilung: Der milde, mittelgroße Baccus, im Zivilleben Direktor eines Friedhofs für Kriegsveteranen auf Rhode Island, war für die Sicherheit im Lager zuständig, Generalmajor Michael Dunleavy hingegen für die Verhöre der als "illegale Kämpfer" eingestuften Gefangenen, von denen sich das Pentagon Hinweise auf den Aufenthalt der Qaida-Führungsgarde erhoffte. Dieser Dualismus wird nun, nach dem Umzug der Gefangenen aus ihren Freiluft-Käfigen in normale Zellen, aufgehoben: Der Baccus-Nachfolger, der seinen Dienst im November antreten soll, wird ein Zwei-Sterne-General und ganz allein zuständig für die Gefangenen sein.