Sparpaket Ausländische Konzerne drohen Rot-Grün mit drastischem Arbeitsplatzabbau
Berlin - Amerikanische und britische Pharmariesen wie Merck, GlaxoSmithKline (GSK) und Pfizer, die in Deutschland tätig sind, fühlen sich von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt verschaukelt und drohen mit drastischem Arbeitsplatzabbau.
Thomas Werner, Deutschland-Chef von GSK, schließt sogar betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland nicht aus, falls Schmidts Sparprogramm umgesetzt wird. Die Unternehmen, allesamt vornehmlich mit patentgeschützten, teuren Medikamenten auf dem deutschen Markt, rechnen vor, dass die forschende Arzneimittelindustrie über einen geplanten sechsprozentigen Zwangsrabatt im nächsten Jahr 420 Millionen Euro oder 15 Prozent der angepeilten Einsparsumme beitragen soll, obwohl die gesetzliche Krankenversicherung für patentierte Arzneimittel nur gut dreieinhalb Prozent ihres Gesamtbudgets ausgibt.
Überhaupt müsse er sich fragen, so Stefan Oschmann, Deutschland-Chef bei Merck, ob sich in einem Land, in dem Minister wortbrüchig würden, neue Investitionen noch lohnten. In einem Ablasshandel hatte Ulla Schmidt erst Anfang des Jahres 205 Millionen Euro Sonderleistung von der forschenden Pharmaindustrie kassiert und dafür fest zugesagt, im Jahre 2003 nicht in die Preisgestaltung patentgeschützter Medikamente einzugreifen.