Pharmaindustrie: Gefälschte Pillen - DER SPIEGEL
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Pharmaindustrie Gefälschte Pillen

Der europäische Arzneimittelmarkt wird von Fälschungen überschwemmt. Die schwarze Ware, die aus Ländern des ehemaligen Ostblocks, aus Indien und Thailand eingeschmuggelt wird, ist von den Originalpräparaten und Packungen kaum zu unterscheiden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sogar die unternehmensinternen Codes, die von den Pharmafirmen zur Sicherheit auf den Packungen versteckt werden, stimmen inzwischen bei vielen Imitaten. "Selbst wir haben Schwierigkeiten, die Fälschungen unter unseren eigenen Produkten herauszufischen", räumt der Chef eines deutschen Pharmakonzerns ein. Meist fallen die Imitate nur durch nicht plausible Produktionsdaten und falsche Laufzeiten auf.

Gefahr der falschen Pillen: Sie enthalten entweder gar keine Wirkstoffe oder aber in falschen Dosen. Gegenmaßnahmen sind praktisch nicht möglich, da die Hersteller das Problem am liebsten verschweigen. Würde bekannt, dass ein bestimmtes Medikament besonders betroffen und damit die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, eine Fälschung zu schlucken, so die Befürchtung, dann bräche der Umsatz ein.

Experten glauben, dass bei den besonders gängigen Pillen inzwischen bis zu zehn Prozent der im Handel befindlichen Ware gefälscht sind.