Biologie: Insekt im Sturzflug - DER SPIEGEL
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Biologie Insekt im Sturzflug

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gottesanbeterinnen sind Jäger und Gejagte, hochgerüstet für den Überlebenskampf, mit Strategien, die bisweilen an das Verhalten von Militärpiloten erinnern: Nähert sich eine hungrige Fledermaus, um das Insekt zu packen, so wartet es zunächst ab, um sich erst im allerletzten Moment zu Boden zu stürzen. Dieses Ergebnis will David Yager, Neurowissenschaftler an der University of Maryland, nächsten Monat auf einer Akustik-Konferenz in Mexiko vorstellen.

Fledermäuse senden, für den Menschen unhörbar, Ultraschalllaute aus, um ihre Beute im Finstern zu orten ­ und verraten sich damit selbst. Denn Gottesanbeterinnen verfügen über eine Art Ultraschall-Ohr auf der Brust, wie Yager schon vor vielen Jahren nachwies.

Um das genaue Timing des rettenden Sturzfluges zu erforschen, pflanzte er winzige Elektroden in den Kerbtierkopf und konnte messen, dass der Gehörnerv beim Orten einer Fledermaus heftig Alarm schlägt, bis er rund 300 Millisekunden vor der erwarteten Kollision das Signal zum Abtauchen gibt. Dieser "Power Dive" sei vergleichbar mit den Flugmanövern im Actionfilm "Top Gun", erklärt Yager. "Die Gottesanbeterin benutzt dieselbe Strategie wie Tom Cruise."