Waffentechnik: Neue Köpfe für Abwehrraketen - DER SPIEGEL
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Waffentechnik Neue Köpfe für Abwehrraketen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

US-Waffeningenieure vom Office of Naval Research in Arlington (Virginia) arbeiten an der Entwicklung eines Gefechtskopfes, der Luftabwehrraketen zu mehr Zerstörungskraft verhelfen soll. Die bisher im Einsatz befindlichen Waffensysteme sind so konzipiert, dass sie anfliegende feindliche Flugkörper wie Raketen oder Cruise Missiles durch schiere kinetische Energie vernichten ­ die Kollision in der Luft soll das gegnerische Flugobjekt so stark beschädigen, dass es kein Unheil mehr anrichten kann.

Doch Erfahrungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass auch von getroffenen Raketen noch Gefahr ausgehen kann. Im Golfkrieg 1991 etwa war eine irakische Scud-Rakete in einer US-Truppenbasis in Saudi-Arabien detoniert, obwohl sie beim Anflug von einer Patriot-Abwehrrakete erfasst worden war.

Die neuartigen Gefechtsköpfe sind mit einem speziellen Komposit-Material bestückt, das bei einem Treffer zusätzlich zur kinetischen Energie auch noch Hitze und Überdruck freisetzt. Ihre Zerstörungskraft ist dadurch nach Angaben der Waffenexperten um bis zu 500 Prozent größer. Erste Bodentests mit den Gefechtsköpfen sind offenbar erfolgreich verlaufen.