Gentechnik Kosmetika aus Seide
Seidenraupen können mehr als nur feine Fäden ziehen: Japanische Wissenschaftler haben die Tierchen genetisch so verändert, dass sie fremde Proteine herstellen. Katsutoshi Yoshizato von der Universität Hiroschima und seine Kollegen setzten den Raupen ein Stück DNS ins Erbgut, in dem der Bauplan für menschliches Kollagen verschlüsselt ist.
Die genetisch veränderten Seidenraupen reicherten das Kollagen in ihren Fäden an und verspannen ungefähr ein halbes Milligramm davon in jeden ihrer Kokons. Mit einem einfachen elektrochemischen Verfahren (Elektrophorese) konnten die Forscher das Kollagen aus den Proteinen des Gespinsts trennen.
Bisher wird Kollagen, ein wichtiger Bestandteil von Arzneimitteln und Kosmetika, meist aus tierischem Bindegewebe hergestellt was jedoch die Gefahr von Verunreinigungen und allergischen Reaktionen birgt. Weil die Textilindustrie Seidenraupen ohnehin in großem Maßstab einsetzt, könnte man das neue Herstellungsverfahren schnell und billig einführen, meinen die Wissenschaftler.