Luftfahrt Gefühltes Fliegen
Die Cockpits moderner Flugzeuge oder Hubschrauber sind so komplex, dass Piloten schnell die Übersicht verlieren. US-Forscher haben nun ein System entwickelt, das es Piloten erlaubt, die Position des Fluggeräts in der Luft gleichsam zu erfühlen. Das "Tactile Situation Awareness System" (TSAS) besteht aus einer Weste, in die bis zu 120 Überträger von Druckreizen eingelassen sind.
"Der Sehsinn ist bei Piloten häufig überlastet oder zum Beispiel nachts schlicht nicht zu gebrauchen", sagt Anil Raj von der University of West Florida. "Wir versuchen daher den Tastsinn zu nutzen, der von Natur aus sehr gut geeignet ist, um dreidimensionale Informationen zu verarbeiten." Bewegungen des Fluggeräts setzt das System in Druckreize um, die es Piloten beispielsweise ermöglichen, Hubschrauber auch ohne Sicht stabil zu halten etwa bei nächtlichen Rettungsaktionen.
Auch Piloten von Kampfflugzeugen könnten von der Erfindung profitieren: "Wenn die Position einer angreifenden Rakete durch einen stechenden Schmerz an den Piloten gemeldet wird, weiß er in Sekundenbruchteilen, worum es geht", sagt Raj. Noch in diesem Frühjahr soll das System erstmals in Hubschraubern der U. S. Navy eingesetzt werden.