Geschichte Kostspieliges Bollwerk
Um seine Grenzen gegen marodierende Nachbarn zu verteidigen, musste das römische Imperium im zweiten Jahrhundert nach Christus gewaltige Militärausgaben auf sich nehmen.
Allein die Sicherung des Obergermanisch-Rätischen Limes, der die beiden Provinzen Rätien und Obergermanien vor Invasoren schützte, verschlang jährlich mindestens zehn Millionen Denare Besoldungskosten für Legionäre und Hilfstruppen, wie der Historiker Marcus Reuter errechnet hat bei einem Gesamtbudget des römischen Staates von schätzungsweise 250 Millionen Denaren. Hinzu kamen noch Geldgeschenke an die jenseits der Grenze lebenden Stämme und ihre Würdenträger.
Um die Ausgaben für die Militärbaupolitik zu begrenzen, mussten die Soldaten in Friedenszeiten Hand anlegen: Die römische Armee betrieb heereseigene Steinbrüche, Kalkbrennereien und Ziegeleien; aus den Truppenteilen gebildete Holzfäller- und Erntekommandos schwärmten aus, um den Nachschub an Baumaterial und Nahrungsmitteln zu sichern.
Als der Obergermanische Limes 161 nach Christus vorverlegt wurde, zeigten sich die Sparkommissare in Rom erneut unnachgiebig: Die abrückende Truppe musste die Militärbäder in den aufgegebenen Lagern Stein für Stein demontieren und an den neuen Standorten mit den recycelten Ziegeln wieder errichten.