Export Heiße Ware
Wegen des Verdachts illegaler Ausfuhren nach Iran hat die Staatsanwaltschaft Bremen Anklage gegen drei Geschäftsleute erhoben. Sie sollen zwischen 1993 und 1996 rund 30 Tonnen Aluminium-Rundstangen, Bleche und Rohre geliefert haben, die nach Überzeugung von Experten für die Fertigung so genannter Gas-Ultrazentrifugen taugen. In Iran haben vor gut zwei Wochen Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde eine im Bau befindliche Anlage inspiziert, in der mit solchen Zentrifugen Uran angereichert werden soll. Die Ermittler werfen den Kaufleuten vor, die zu zivilen wie militärischen Zwecken nutzbaren Güter stets ohne Genehmigung nach Iran exportiert zu haben. Nur in einem Fall sollen sie einen entsprechenden Antrag gestellt haben. Nach einer Intervention des Bundeswirtschaftsministeriums wurde dieser abgelehnt, die Metalle waren allerdings bereits geliefert. Als Handelspartner trat offenbar die Düsseldorfer Niederlassung der iranischen "Defence Industries Organization" auf, die für die Waffenprogramme des Mullah-Regimes einkaufen soll.