Tiere: Grauwale flüchten vor Öl-Pipelines - DER SPIEGEL
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Tiere Grauwale flüchten vor Öl-Pipelines

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der westpazifische Grauwal, der nach gnadenloser Bejagung durch japanische und koreanische Fischer schon als ausgestorben galt, ist überraschend wieder aufgetaucht. Ein Restbestand von fast hundert Tieren, so haben russische und amerikanische Forscher im Auftrag des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) ermittelt, hält sich in der frostfreien Zeit zwischen Juni und Oktober im nördlich von Japan gelegenen Ochotskischen Meer auf.

Doch die Hoffnung auf Erholung der selten gewordenen Walart ist gering: Die großenteils ungewöhnlich mageren Tiere, zu denen nur 17 reproduktionsfähige Weibchen zählen, werden von Öl-Prospektoren gestört. Konsortien von russischen, amerikanischen und europäischen Firmen, die unter dem Meeresboden riesige Vorkommen entdeckt haben, wollen in den kommenden vier Jahren 14 Milliarden Dollar in die Ölförderung investieren.

Sorge bereitet den Tierschützern besonders der Bau küstennaher Pipelines und einer Ölplattform. Schon suchten die Grauwale ihre bevorzugten, reichhaltigen Nahrungsgründe in den flachen Küstengewässern nicht mehr auf, klagt Marija Woronzowa vom IFAW Russland. Als sofortige Schutzmaßnahme fordert die Biologin eine Änderung der Pipeline-Führung.