Energie: Strom aus dem Körper - DER SPIEGEL
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Energie Strom aus dem Körper

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine nahe liegende Energiequelle möchten amerikanische Ingenieure anzapfen: Gewebe und Blut im Innern des Menschen. Dazu hat die Gruppe um Nicolas Mano von der University of Texas ein neuartiges Kraftwerk entwickelt, bestehend aus zwei Röhrchen, deren Durchmesser sieben Mikrometer beträgt (zehnmal feiner als ein menschliches Kopfhaar).

Die Röhrchen sind mit einem Kunststoffharz isoliert, doch ihre Spitzen werden von Körperflüssigkeiten umspült. An diesen Kontaktstellen finden biochemische Reaktionen statt, in deren Verlauf Energie gewonnen wird: An der positiv aufgeladenen Spitze (Anode) werden körpereigene Zuckermoleküle durch spezielle Enzyme oxidiert; an der negativ aufgeladenen Spitze (Kathode) werden Sauerstoffmoleküle durch wieder andere Enzyme reduziert.

Unterm Strich wandern Elektronen vom Zucker- zum Sauerstoffmolekül ­ ein elektrischer Strom fließt. Die Leistung von 0,6 Mikrowatt (bei einer Spannung von 0,8 Volt) mag nicht groß sein, doch reicht sie aus, um einen kleinen Siliziumchip zu versorgen.

Wenn die Kraftwerke im Körper technisch ausgereift sind, könnten sie in Kleintieren und Insekten Peilsender mit Strom beliefern, mit denen sich die Wanderungen der Kreaturen verfolgen ließen. Oder sie könnten im Körper des Menschen diagnostische Sensoren betreiben, beispielsweise zur Überwachung des Zuckerspiegels im Blut.