Tiere Illegale Jagd auf Delfine
Die peruanische Umweltschutzorganisation "Mundo Azul" ("Blaue Welt") meldet illegales Abschlachten von Delfinen an den Gestaden des Andenstaates. Immer häufiger sichten Biologen zerlegte Kadaver entlang der 2300 Kilometer langen Küstenwüste.
Selbst vor den Augen protestierender Badegäste haben Fischer bereits Exemplare der Meeressäuger harpuniert und erschlagen. Obwohl das Töten von Delfinen für den menschlichen Verzehr in Peru bereits 1996 per Gesetz verboten wurde, taucht Delfin-Fleisch regelmäßig auf lokalen Fischmärkten auf.
"Dabei ist der Verzehr von Delfin-Fleisch gar keine peruanische Tradition", erklärt Mundo-Azul-Präsidentin Nina Pardo. Italienische Einwanderer hätten in den sechziger Jahren die arme Küstenbevölkerung Perus auf die Idee gebracht, sich von billigem Delfin-Fleisch zu ernähren. Schnell nahm die Jagd auf die Meeressäuger bestandsgefährdende Ausmaße an.
Nach dem offiziellen Verbot hat sich nun ein blühender Schwarzmarkt für einen exklusiven Kundenkreis entwickelt. Seit Beginn ihrer landesweiten Aufklärungskampagne Anfang Januar erhält Mundo Azul fast wöchentlich Hinweise auf Restaurants, die auf Nachfrage die Delikatesse zubereiten. "Vorsichtig geschätzt werden jedes Jahr mindestens 1000 Delfine illegal getötet", sagt Nina Pardo. "Aber wahrscheinlich sind es noch viel mehr."