Sars-Seuche: "29 Stunden China ohne Atemmaske" - DER SPIEGEL
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Sars-Seuche "29 Stunden China ohne Atemmaske"

Jean-Pierre Raffarin, 54, französischer Premierminister, säte bei seinen Landsleuten Zweifel, ob er heroisch oder unverantwortlich leichtsinnig ist: Bei einer Chinareise lehnte er trotz der grassierenden Sars-Seuche einen Mundschutz ab.
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Der stämmige "Raff" hatte sich vorletzte Woche ohne zwingende Notwendigkeit in das von der Sars-Seuche heimgesuchte China begeben, begleitet von Diplomaten und Industriellen, von denen einige Angsthasen - so ein Insider - "nur sehr zögerlich 29 Stunden China ohne Atemmaske" zustimmten.

Vergangenen Mittwoch veröffentlichte das Satireblatt "Le Canard enchaîné" zwei Fotos des Regierungschefs in Posen, die bei weniger prominenten China-Touristen wohl zu einer umgehenden Auslagerung in Quarantäne gereicht hätten: Raffarin hustete oder nieste an der Seite seines chinesischen Kollegen, dem Ministerpräsidenten Wen Jiabao, 60, in die hohle Faust.

Zurück in Paris, warnte der Peking-Besucher tapfer vor einer Sars-"Psychose", fand aber nicht überall Gehör: Die Radio-Sender France Inter und Europe 1 erteilten ihren Korrespondenten, die mit auf dem China-Trip waren, ein der Karenzzeit entsprechendes zehntägiges Hausverbot.

Mit dem flapsigen Spruch, er sei "in China sicherer" gewesen "als der Staatspräsident auf den Champs-Elysées", vergrätzte der Raff auch noch den Elysée-Palast - dort hielt man die Anspielung auf das Gewehrattentat auf Jacques Chirac bei der Champs-Parade am letzten Nationalfeiertag für deplatziert.

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